Bearded Collie Working Tests

Und hier noch einige Informationen über die Working Tests

Der englische Bearded Collie Club hat uns gestattet, die vor vielen Jahren unter seiner Regie entwickelten Working Tests zu übernehmen. Wir wollen damit - genau wie der englische Club Beardiehaltern ein Angebot machen, dass sie gelegentlich demonstrieren können, dass ihr Hund gut erzogen ist, ein freundliches Wesen hat, sich in Gesellschaft fremder Menschen und Hunde sicher und fröhlich bewegt.  

Diese Möglichkeit soll auch solchen Haltern einen Anreiz bieten, mit ihrem Beardie zu arbeiten, ihn zu fordern (was ihm außerordentlich gefällt), die nicht in einem Verein den vielen Möglichkeiten von Hundesport, wie z.B. Agility oder Obedience, nachgehen. Alle Übungen kann man durchaus zu Hause oder auf Spaziergängen bzw. Stadtausflügen alleine üben.

Beardietreffen mit dem Angebot von Working Tests haben schon viele Jahre hier in Deutschland großen Anklang gefunden. Wir waren aber immer darauf angewiesen, englische Richter einzuladen, und die entsprechenden Formulare und Urkunden vom englischen Club zu bekommen. Jetzt können wir einen eigenen Kreis von Working Test Richtern aufbauen, und die nötigen Unterlagen selbst erstellen. Dabei halten wir uns strikt an die Vorgaben aus England, sowohl was die Übungen in den einzelnen Tests angeht, als auch die Richterauswahl. Jeder, der den Senior Test besteht, hat die Möglichkeit, Working Test Richter zu werden; nur solche Richter dürfen die beiden höchsten Tests abnehmen. Primary und Junior Tests dürfen auch von Richtern abgenommen werden, die selbst den Senior Test noch nicht bestanden haben, aber anderweitig geeignet sind.

Wir hoffen, in Zukunft also öfter als bisher Bearded Collie Working Tests im Rahmen von Beardietreffen anbieten zu können. Denn das gesellige Zusammensein drumherum soll dabei nicht zu kurz kommen; ein Miteinander soll gefördert werden.

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Allgemeine Bemerkungen zu den vom englischen Bearded Collie Club entwickelten Working Tests

Sie wurden ins Leben gerufen, damit die Zuchtvereine für wesensfeste, gut erzogene Beardies eine Belohnung, und damit einen Anreiz zum Arbeiten auch mit dem Familienhund, bieten können. Die einzelnen Übungen wurden im Hinblick auf praktische Anwendung im Alltag entwickelt. Deshalb soll Motivation durch den Hundeführer nicht bestraft werden - besonders bei jungen Hunden in den beiden ersten Tests - ausgenommen es wird dadurch offensichtlich, dass die Kontrolle über den Hund fehlt. In den beiden fortgeschrittenen Tests wird ausdrücklich festgehalten, in welchen Übungen Zusatzkommandos nicht erlaubt sind. Der Hundeführer darf - und soll - seinen Hund mit einem Wort oder durch kurzes Streicheln nach Beenden einer Übung loben; es dürfen aber keine Leckerchen oder Spielzeug als Belohnung (oder Bestechung!) während des Tests eingesetzt werden.

Ein Helfer steht dem Richter zur Seite. Er begleitet den Hundeführer z.B. bei den Übungen zur Leinenführigkeit und gibt die Anweisung, in welcher Richtung der Hundeführer wie weit gehen soll. Anders als bei der deutschen BH-Prüfung gibt es nämlich keine vorgeschriebenen Richtungswechsel nach einer bestimmten Anzahl Schritte. In Übungen, bei denen keine Entfernungen vorgeschrieben sind (z.B. Ablegen), wird der Richter oder Helfer entsprechende Anweisungen geben.

Der Bearded Collie Rassestandard fordert einen aufmerksamen, lebhaften, selbstsicheren Hund, mit freundlichem Temperament. Die z.B. in Obedience - oder auch schon bei der BH-Prüfung - geforderte Präzision und Genauigkeit sind nicht erforderlich, um die Working Tests zu bestehen. Vielmehr sind Pluspunkte, wenn der Beardie zeigt, dass er aufmerksam auf seinen Hundeführer achtet, willig und fröhlich dessen Kommandos befolgt. Kurz gesagt: die gute Beziehung zwischen Hundeführer und Hund ist wichtig.

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Der Primary Test

1. Untersuchung durch einen Fremden

Im Sitzen, neben seinem Hundeführer - und an lockerer Leine - soll der Hund Abtasten durch einen Fremden ohne Zeichen von Nervosität oder Aggression erdulden. Eine Positionsänderung soll nicht bestraft werden, aber übermäßige (auch freundliche) Heftigkeit oder ängstliches Zurückweichen gibt Punktabzug. Ein Versuch zu beißen führt zur Disqualifikation.
20 Punkte (mind. 16 erforderlich)

2. Leinenführigkeit

Der Hund soll an lockerer Leine neben seinem Hundeführer laufen und warten, wenn der Hundeführer anhält; dabei werden Richtungs- und Tempoänderungen eingebaut. Ablenkungen (z.B. ein Fremder, der den Hundeführer in ein Gespräch verwickelt; ein sich nähernder angeleinter Hund; eine Gruppe klatschender Menschen) sollen den Hund nicht unangemessen beunruhigen. Wenn der Hund bellt, sollte der Hundeführer ihn sofort zur Ruhe bringen können. Die Übung soll zeigen, ob der Hund ohne zu zerren sich Richtungs- und Tempowechseln anpassen kann.
20 Punkte (mind. 16 erforderlich)

3. Rückruf

Der Hund wird vom Helfer am Halsband festgehalten, während sich der Hundeführer ein Stück entfernt. Wenn er gerufen wird, soll der Hund ohne Zögern direkt zum Hundeführer kommen und sich anleinen lassen. Eine Bewegung des Hundeführers auf den Hund zu wird durch Punktabzug bestraft.
20 Punkte (mind. 16 erforderlich)

4. Futterverweigerung

Der Hund wird an lockerer Leine in Reichweite von etwas Essbarem auf dem Boden (z.B. Leberwurstbrötchen, Wurst) vorbeigeführt. Auf Kommando soll er das Essbare ignorieren.
20 Punkte (mind. 16 erforderlich)

5. Ablegen

Angebunden für 1 Minute. BERUHIGENDER ZURUF ERLAUBT.
Der Hund wird an einen Pfosten gebunden, der Hundeführer entfernt sich mindestens 12 Schritte. Der Hund soll keine Panik zeigen, wegzerren oder unaufhörlich bellen. Der Richter teilt dem Hundeführer mit, wenn die Zeit um ist; dann geht der Hundeführer zum Hund, bindet ihn los, nimmt ihn an seine Seite. Erst dann ist die Übung beendet.
20 Punkte (mind. 16 erforderlich)

Der Junior Test

1. Untersuchung durch einen Fremden

Im Stehen, an lockerer Leine. Der Hundeführer kann den Hund so unterstützen wie im Ausstellungsring üblich; der Hund sollte die ganze Zeit, während der Richter ihn abtastet, stehen bleiben.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

2. Fußübung

An lockerer Leine neben seinem Hundeführer, mit Richtungs- und Tempowechseln. Bleibt der Hundeführer stehen, soll der Hund sich setzen. Es können die gleichen Ablenkungen eingebaut werden wie in Übung 2 des Primary Tests.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

3. Rückruf

Der Hund kann von einem Helfer gehalten werden, oder er wird in der Bleib-Position gelassen, während sich der Hundeführer entfernt. Wenn er gerufen wird, soll der Hund direkt zum Hundeführer kommen und sich vor ihn setzen.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

4. Ablegen

Nicht angebunden, für 1 Minute; ZUSATZKOMMANDOS ERLAUBT:
Der Hundeführer bestimmt die Position, in der der Hund abgelegt wird, und bleibt in Sicht. Eine Positionsänderung durch den Hund wird nur leicht bestraft (Punktabzug), aber ein Verlassen der Ablegestelle führt zur Disqualifikation. Der Richter teilt dem Hundeführer mit, wenn die Zeit um ist; dann geht der Hundeführer zum Hund und leint ihn an. Die Übung ist beendet, wenn der Hund neben dem Hundeführer sitzt oder steht.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

5. Apportieren

Gegenstand nach Wahl des Hundeführers. Der Hund kann gehalten werden, während der Gegenstand geworfen wird; dann sollte er direkt zum Gegenstand laufen, ihn aufnehmen, zurückkommen, und ihn dem Hundeführer in die Hand geben, ohne ihn fallen zu lassen. Der Hundeführer darf den Hund dabei durch Zuruf ermutigen.
25 Punkte (mind. 20 erforderlich)
6. Sprung über 30-cm-Hürde:
Ohne Leine; Zughalsband darf beim Sprung nicht getragen werden. Der Hundeführer darf mit-, aber nicht vorausspringen, wenn er das möchte. Bei Sprungverweigerung sind weitere Versuche erlaubt; 2 Punkte Abzug für jeden Versuch.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

Der Intermediate Test

1. Fußarbeit

Zuerst eine kurze Strecke angeleint, sofort danach eine deutlich längere ohne Leine. Der Hund muss konstanten Abstand zum Hundeführer halten, ziemlich eng an dessen Seite, aber ohne ihn beim Laufen zu behindern. Richtungs- und Tempowechsel einbauen; wenn der Hundeführer anhält, soll sich der Hund setzen. Ablenkungen wie in Übung 2 des Primary Tests können eingebaut werden.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

2. Ablegen

Für 3 Minuten; KEINE ZUSATZKOMMANDOS NACH ENTFERNEN VOM HUND ERLAUBT.
Der Hundeführer kann die Ablegeposition des Hundes frei wählen, und bleibt in Sichtweite. Ein Positionswechsel durch den Hund wird leicht bestraft, aber Verlassen der Ablegestelle führt zur Disqualifikation. Der Richter teilt dem Hundeführer mit, wenn die Zeit um ist. Dann geht der Hundeführer zu seinem Hund und leint ihn an. Die Übung ist beendet, wenn der Hund in Grundstellung neben seinem Hundeführer sitzt.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

3. Rückruf

Aus der Sitz- oder Platz-Position in die Fuß-Position, während sich der Hundeführer entfernt.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

4. Anhalten bei Rückruf

Der Hundeführer legt den Hund ab, entfernt sich, ruft ihn, und stoppt ihn durch sein Kommando ungefähr auf halbem Wege. Dann geht er an die Seite des Hundes. Da diese Übung lebensrettend sein kann, ist es entscheidend, dass der Hund sofort auf das erste Kommando hin anhält.
10 Punkte (mind. 8 erforderlich)

5. Sprung über 60-cm-Hürde

Beim Sprung darf kein Zughalsband getragen werden. Der Hundeführer darf zwecks Motivation zum Sprung mitlaufen, aber nicht vor dem Hund an der Hürde vorbeilaufen. Angemessene Kontrolle des Hundes sollte nach dem Sprung gezeigt werden. Bei Sprungverweigerung oder Ausbrechen sind weitere Versuche erlaubt, unter Abzug von 2 Punkten pro Versuch.
10 Punkte (mind. 8 erforderlich)

6. Apportieren

Der Hund soll ein vom Hundeführer gestelltes Bringholz in die Hand apportieren. Der Hund muss auf direktem Weg zum Bringholz laufen, es auf kürzestem Weg ohne Fallenlassen zurückbringen, und vorsitzen. Er hält das Bringholz bis der Helfer das Zeichen gibt, dass der Hundeführer es ihm abnimmt. Bewegung des Hundeführers zum Hund hin wird durch Punktabzug bestraft.
10 Punkte (mind. 8 erforderlich)

7. Untersuchung durch den Richter:

Der Hund muss an lockerer Leine mindestens 1 Schritt vom Hundeführer entfernt ruhig stehen bleiben, während der Richter ihn abtastet.
10 Punkte (mind. 8 erforderlich)

8. Suchübung

Der Hundeführer hat die Wahl zwischen 2 Ausführungen.
a) Zurückschicken zur Suche:
Ein sichtbarer Gegenstand des Hundeführers (kein Bringholz) wird von diesem unbemerkt fallengelassen. Nach mindestens 15 Schritten wird der Hund zurückgeschickt, um den Gegenstand zu finden und in die Hand zu apportieren.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)
ODER
b) Suche:
Etwa 7,5 cm lange Holzstäbe oder Gartenschlauchstücke werden vom Veranstalter bereit gehalten. Der Hundeführer bekommt 4 davon in die Hand zum Annehmen seines Geruchs; dann werden diese - unbemerkt vom Hundeführer und Hund - vom Helfer in einem markierten, etwa 11 x 11 m großen Areal verteilt ausgelegt. Der Hund soll einen davon finden und dem Hundeführer in die Hand geben. Der Hundeführer darf das Suchareal nicht betreten, aber außen herumgehen und den Hund ermutigen. Erlaubte Suchzeit: 3 Minuten.

Jeder teilnehmende Hund benötigt ein frisches Areal. Die Gegenstände dürfen dem Hund nicht vor dem Test gegeben werden, und sie dürfen nicht anschließend wieder verwendet werden.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

Der Senior Test

1. Fußarbeit

Ohne Leine; schnell, langsam, normales Tempo. Unterwegs wird der Hund einmal in der Steh-, Sitz- oder Platz-Position zurückgelassen, während der Hundeführer nach Anweisung des Helfers weitergeht, bis er wieder beim Hund ist, und beide zusammen weiterlaufen. Der Hund muss in der Fuß-Position bleiben, während der Hundeführer durch eine Gruppe klatschender und rufender Menschen mit Hunden geht. Übermäßige Kommandos des Hundeführers und Bellen des Hundes werden mit Punktabzug bestraft. Weitere Ablenkungen, wie z.B. Essbares auf dem Boden oder ungewöhnliche Objekte können vom Richter eingebaut werden.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

2. Ablegen

In der Platz-Position für 5 Minuten, Hundeführer außer Sicht;
KEINE ZUSATZKOMMANDOS NACH ENTFERNEN VOM HUND ERLAUBT.
Ein Positionswechsel des Hundes wird nur leicht bestraft, aber ein Verlassen der Ablegestelle führt zur Disqualifikation. Der Richter teilt dem Hundeführer mit, wenn die Zeit um ist. Dann geht der Hundeführer zum Hund, und ruft ihn neben sich. Die Übung ist beendet, wenn der Hund in Grundstellung neben dem Hundeführer sitzt.
10 Punkte (mind. 8 erforderlich)

3. Suchübung

Der Hundeführer kann wieder wählen zwischen
a) Zurückschicken zur Suche:
Der Hundeführer bekommt einen Gegenstand vom Richter und läuft mit dem Hund in Fuß-Position. Auf Anweisung des Richters lässt er den Gegenstand unbemerkt fallen. Nach mindestens 30 Schritten wird der Hund zurückgeschickt, um den Gegenstand zu finden und dem Hundeführer in die Hand zu apportieren. Erlaubte Suchzeit: 3 Minuten ab dem Zurückschicken des Hundes.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)
ODER
b) Suche:
In einem markierten Areal von ca. 11 x 11 m wird ein vom Richter gestellter, und mit dem Geruch des Hundeführers versehener Gegenstand - unbemerkt von Hundeführer und Hund - vom Helfer ausgelegt. Der Hund muss diesen Gegenstand finden und in die Hand des Hundeführers apportieren. Der Hundeführer darf um das Areal herumgehen, darf es aber nicht betreten. Jeder Hund benötigt ein frisches Areal und einen anderen Gegenstand. Erlaubte Suchzeit: 3 Minuten.
15 Punkte (mind. 12 erforderlich)

In beiden Suchübungen soll der vom Richter gestellte Gegenstand nicht kleiner als eine Streichholzschachtel sein, ziemlich unauffällig in der Farbe, und nicht aus einem Material, das die Mundhöhle des Hundes verletzen kann.

4. Untersuchung durch einen Fremden

im Stand, ohne Leine. Der Hundeführer muss etwa 1 m entfernt stehen.
20 Punkte (mind. 16 erforderlich)

5. Weitsprung

über 1,50 m 10 Punkte (mind. 8 erforderlich)

6. Sprung

über eine 75 cm hohe Hürde 10 Punkte (mind. 8 erforderlich)

Bei Übungen 5 und 6 darf der Hundeführer zur Motivation zum Gerät mitlaufen, aber dieses nicht vor dem Hund passieren. Nach den Sprüngen soll der Hundeführer zeigen, dass er Kontrolle über den Hund hat. Bei Sprungverweigerung darf gegen Abzug von 2 Punkten ein weiterer Versuch gemacht werden. Kein Zughalsband.

7. Vorausschicken

Der Hundeführer markiert eine Stelle mit eigenen Sachen, dann schickt er den Hund (Mindestentfernung 25 m) dahin ins Platz. Anschließend geht er zu der Stelle, hebt seine Sachen auf, entfernt sich, und ruft schließlich den Hund während des Gehens in die Fuß-Position.
20 Punkte (mind. 16 erforderlich)